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TMR, Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet

Vier Unternehmen machen Telekom Konkurrenz

09.08.1997

Private Anbieter und Städte drängen im Januar 1998 auf den Markt Telefon-Markt - Hattingen mischt munter mit.

WAZ Hattingen

Die Trümpfe für den freien Wettbewerb in der Telekommunikation ab Januar 1998 werden in Bochum schon verteilt. Drei Anbieter und eine GmbH der Städte Bochum, Herne, Witten, und Hattingen wollen der Telekom auf dem hiesigen Markt Konkurrenz machen.

Die 1996 durch die Stadtwerke Herne, Witten, Bochum und Hattingen sowie den Stromversorger Aktiengesellschaft für Versorgungsunternehmen (AVU) in Gevelsberg gegründete Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet (TMR) wird wohl in Kürze grünes Licht aus Düsseldorf bekommen, auf den Markt zu gehen. Sowohl SPD als auch Grüne haben im Landtag einen entsprechenden Antrag gestellt.

Die TMR wolle zunächst einmal ihr Netz Stadtkonzernen, Verwaltungen und medizinischen Einrichtungen für die Datenübertragung anbieten, sagt Prokurist Frank Thiel. Allein in Bochum verfügt die TMR über 450 Kilometer Kupferkabel und 60 Kilometer Glasfaserkabel. "Das Netz zieht sich kreuz und quer über die Stadt", sagt Thiel. Detaillierte Kooperationsgespräche werden derzeit schon zwischen der TMR und der VEW Telnet in Dortmund geführt.

Das durch die VEW und das Buchungszentrum westfälisch-lippischer Sparkassen gegründete Unternehmen will der Telekom ausschließlich im Bereich Westfalen-Lippe Konkurrenz machen. Auch die VEW verfügt über ein weitverzweigtes Datenübertragungsnetz mit rund 600 Kilometern Länge in Glasfaserqualität. Man habe schon die Lizenz im Bereich elektronische Daten- und Sprachübertragung für Herne zuerkannt bekommen, sagt Sprecherin Andrea Feige.

Auch die beiden gegründeten Großkonkurrenten der Telekom, Otelo GmbH und Arcor GmbH, haben Herne fest im Visier. Allein die aus den Rheinisch-Westfälischen Energiewerken (RWE) und der Veba gegründete Otelo verfügt über 11 000 Kliometer Datenautobahn in der Bundesrepublik in Glasfasertechnoligie. Es sind Kabel von RWE und und Preußen Elektra.

Man wolle in Bochum ab Januar Dienste offerieren, sagt Otelo Sprecher Thomas Rompczyk. Otelo will auch Telefonie für private Kunden anbieten, liegt aber mit der Telekom im Clinsh über das Mieten der Leitungen. Die Telekom ist verpflichtet, ihre Kabel besonders zu Hausanschlüssen, zu vermieteen. Strittig sind die Bedingungen.

Die gleichen Schwierigkeiten mit der "letzten Meile" hat die aus Bahn AG und Mannesmann gegründete Arcor GmbH, schildert Sprecherin Barbara Kögler. Arcor kann Datenleitungen der Bahn neben den Gleisen nutzen.