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TMR, Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet

TMR: Gewinnschwelle wird schon in diesem Jahr angepeilt

22.05.1999

Gemeindeordnung "hemmte" den schnellen Geschäftsstart - "Wir erstarren nicht vor den großen Telefongesellschaften"

22.05.99
Stadtspiegel Bochum


Mit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes in Deutschland begann ein gnadenloser Kampf um Verbindungsminuten und Marktanteilen. Während die neuen Telefongesellschaften bundesweit kräftig an der früheren Monopolstellung der Telekom rütteln, gründete sich - auf Regionalebene - im Schatten des harten Wettbewerbs in Bochum die Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet.

"Wir werden vor der Telekom und den anderen Telefongesellschaften nicht erstarren, sondern wollen in der Region Bochum, Herne und Witten mittelfristig einen zehnprozentigen Marktanteil erobern", zeigt sich TMR - Prokurist Frank Thiel zuversichtlich.

Schon 1996 wurde die TMR gegründet. Aber erst am 01. Januar 1998 nahm das noch junge Unternehmen seine Geschäftstätigkeit auf. " Die Gemeindeordnung des Landes hat uns gebremst und ließ einen früheren Start nicht zu", verdeutlicht Frank Thiel die Anlaufschwierigkeiten. "Erst Ende 1997 wurden die entsprechenden Ausnahmebestimmungen erlassen. Und damit erhielten wir auch die notwendige Zustimmung aus der politischen Landschaft der Region".

Die Verzögerung sieht der Prokurist mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Wir sind zwar relativ spät auf den Markt gegangen, konnten deshalb auch teure Fehler vermeiden, die von anderen gemacht worden sind."

Mit fünf Leuten wurde das Projekt einer Telekommunikationsgesellschaft für die Region in Angriff genommen. In der ersten Zeit lag das Hauptgewicht der Geschäftstätigkeit im Datenbereich. "Wir haben beispielweise in Bochum die Sparkassen-Filialen untereinander vernetzt und eine Datenverbindung mit unserem gemeinsamen Partner VEW TELNET der Sprach- und Internet-Telefonie zugewandt."

Die TMR strebt in der Region ein eigenes Kabelnetz an. Der Netzausbau ist Glasfaserkabeln ist in Bochum abgeschlossen, in Herne schon zu 70 Prozent fertig, und in Witten sind 40 Prozent erreicht. "Wir mieten diese Glasfaserkabelverbindungen von den Stadtwerken und den bekannten "letzten Meter" von der Telekom. Gleichzeitig wird unser Netz direkt an die Hauptverteiler der Telekom angeschlossen. Damit schaffen wir eine feste Verbindung und keine virtuelle wie beim Call-by-Call- oder beim Preselection - Verfahren. Der Kunde ist dann aber an uns gebunden und kann die beiden anderen Verfahren nicht mehr anwenden", verdeutlicht Frank Thiel. Das bedeute allerdings auch, daß man bei den Tarifen in der Stadt und dem Land konkurrenzfähig sein müsse.

"Wir sind ein regionales Unternehmen und werden nicht über die Region hinausgehen", zeigt der zweite Mann an der Spitze auf. "Wir wollen Zug um Zug wachsen und stocken daher die Zahl unserer Mitarbeiter von derzeit 15 auf 20 auf. Gerade als kleines Unternehmen wollen wir die Organisationsstruktur straff halten, um so auf diesem schnellebigen Markt bestehen zu können. Dabei hilft uns die Partnerschaft mit der VEW TELNET, die den Part der weitergehenden Verbindungen übernimmt".

"Vor zwei Jahren hatten wir gemeinsam mit der VEW TELNET unser Hauptaugenmerk auf die Sprachtelefonie gerichtet und die rasante Entwicklung des Internets falsch eingeschätzt", schaut Frank Thiel zurück auf die ersten Monate des Unternehmens. "Schnell haben wir uns korrigiert und dann auf die neuen Erfordernisse des Marktes eingestellt. Denn die Datenverbindungen für Geschäftsleute und das Internet sind zu wichtigen Geschäftszweigen geworden", schätzt Frank Thiel die Lage auf dem regionalen Markt für Telekommunikation realistisch ein.

Trotz der schwierigen Lage auf dem Markt will das Unternehmen noch in diesem Jahr möglichst die Gewinnschwelle erreichen und im kommenden Jahr schwarze Zahlen schreiben.