Zur Unternavigation springen. Zum Inhalt springen.

TMR, Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet

WAZ am 08.04.2011

08.04.2011

Blick in das Büro von morgen

Herne, ein Logistikstandort? Das weiß jeder, der sich ein bisschen mit dieser Stadt beschäftigt. Aber dass es hier viele IT-Unternehmen gibt? Das hat sich noch nicht so recht rumgesprochen. Bei den „normalen“ Bürgern erst recht nicht, aber selbst große Firmen wie Schwing, Vulkan, Heitkamp schauen sich überregional um, wenn sie Aufträge im Bereich der Informationstechnik zu vergeben haben. „Die wissen oft gar nicht, dass sie nur mal vor der Haustür gucken müssten. Die Stadt Herne müsste darauf viel stärker hinweisen“, sagte Holger Wellmann.

Der arbeitet als Vertriebsleiter bei der ISAP, einem Computer-Dienstleister mit Sitz in Baukau. Die ISAP veranstaltete gestern die „Herner IT-Messe“ (HIT), zum sechsten Mal bereits und zusammen mit der städtischen Wirtschaftsförderung. 15 Aussteller stellten sich im Innovationszentrum am Westring vor – interessant vor allem für Fachbesucher, für Menschen, die im Auftrag eines Unternehmens nach ökologischen, platz- und kostensparenden Konzepten für die Firmen-IT schauten. So führte der Eickeler Kopier-Systeme-Vertrieb Metzner beispielsweise einen Hochleistungsdrucker vor, der 120 Seiten pro Minute drucken kann. Frederik Tazl berichtete von bis zu 45000 Euro Anschaffungskosten, Sonderausstattungen und „sojabasierender Tinte“, die besonders umweltverträglich sei. Aber auch für Otto Normalverbraucher bot die HIT einiges. Nämlich einen Ausblick, wie die Arbeitswelt von morgen aussehen könnte.

Ein großes Thema war diesmal das „Cloud-Computing“. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Idee, Dateien etc. nicht mehr auf dem eigenen Rechner, sondern auf externen Servern zu speichern. Ein mittelständischer Herner Betrieb könnte also für alle Daten und alle Software einen Server „jottwede“ anmieten und dann über ein Netzwerk, etwa das Internet, jederzeit darauf zugreifen. Vorteile: Im Büro steht nur noch ein Bildschirm, das spart Platz und fördert zudem die Sicherheit der Daten.

Um dieses „Cloud-Computing“ ist zuletzt ein regelrechter Hype entstanden. Viele Unternehmen auf der HIT präsentierten ihren Beitrag zu diesem Thema. Die Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet (TMR) beispielsweise, die in ihren Rechenzentren in Herne und Bochum die nötigen Räume und die Infrastruktur anbietet.

Doch so ganz neu sei das alles gar nicht, findet zumindest Klaus Piotrowski von Fujitsu. „Facebook zum Beispiel ist nichts Anderes: Die Daten werden ebenfalls in der Cloud, in der Wolke gespeichert. Cloud-Computing ist doch alter Wein in neuen Schläuchen.“