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TMR, Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet

WAZ am 02.03.2013

02.03.2013

Breitbandnetz soll mehr Maschen bekommen

Bild Kabel
Je schneller die Internetverbindung, desto besser können Unternehmen arbeiten.

Wirtschaftsförderung: Schnelle Internetverbindung ist für Unternehmen ein wichtiger Standortfaktor

Es gibt doch tatsächlich nationale Ranglisten, in denen Herne nicht das Schlusslicht bildet, sondern an vorderster Stelle steht. Ein Beispiel ist der Breitband-Investitionsindex (BIIX). An der Spitze steht München, doch dann folgt schon Herne - noch vor Berlin und Stuttgart, Düsseldorf oder Frankfurt.
Der BIIX zeigt, in welchen Städten die Voraussetzungen für den Ausbau eines schnellen Internets am besten sind. Herne steht aufgrund seiner hohen Bevölkerungsdichte weit oben.

Für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG) ist diese überraschend gute Platzierung ein Antrieb, die Nutzung des Breitbandnetzes für Unternehmen voranzutreiben. "Als Standortfaktor ist eine schnelle Internetverbindung für Firmen genau so wichtig wie eine gute Verkehrsanbindung", sagt Thomas Mülling, bei der WfG für das Thema Breitband verantwortlich ist. Büros ohne vernünftige Internetverbindung könne man heutzutage gar nicht mehr anbieten.
Noch ist das Herner Breitbandnetz recht grobmaschig. Erschlossen sind bislang der Westhafen, sowie der Gewerbepark Baukau und die Baukauer Straße, in wenigen Wochen kommt eine weitere Netzmasche auf Friedrich der Große hinzu.

Viel Leerlauf durch Warterei

Dort sitzt die Kommunikationsagentur Davin Taylor. Marketingleiter Olaf Rudloff erläutert, welche Probleme die Agentur bislang ohne Breitband hat. "Wir prodzuzieren Broschüren, Kataloge und Filme für die Industrie. Wenn wir bestimmte Dinge herunterladen, dauert das ewig und drei Tage." In der Realität sind das bis zu vier Minuten, Rudloff schätzt, dass die Mitarbeiter bis zu 15 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Warterei verschwenden. Internationale Videokonferenzen? Bislang unmöglich. Rudloff erhofft sich mit dem Breitbandnetz wesentliche Verbesserungen. Auch wenn man dafür einen höheren Preis zahle als bisher.

Dafür gebe es garantierte Übertragungsraten, so dass Geräte und Mitarbeiter nicht mehr blockiert würden, sagt Mülling. Unternehmen könnten, je nach Notwendigkeit, flexible Angebote buchen.

Unterschied zu privater Nutzung
Die WfG kooperiert beim Ausbau des Breitbandnetzes mit den Stadtwerken und der Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet (TMR). Die Stadtwerke bauen und betreiben das Netz, die TMR vermarktet es und macht Unternehmen individuelle Angebote.Vor dem Hintergrund der SPD-Forderung nach einem Breitbandbeauftragten weist die WfG darauf hin, dass man zwischen privater und gewerblicher Nutzung unterscheiden muss. Für Firmen seinen Privatprodukte oft nicht ausreichend.