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TMR, Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet

WAZ Witten am 28.02.2015

Salinger Feld kommt ans schnelle Netz

Witten. Ende März soll neue Strecke liegen. Das Interesse von Unternehmen an der Breitband-Technologie ist weiterhin hoch. Das Wullener Feld könnte folgen.

Während der private Ausbau in Witten Schiffbruch erlitten hat, wächst das Glasfasernetz für schnelles Internet in den heimischen Gewerbegebieten weiter.

Bekanntlich war der großflächige Anschluss von Privathaushalten ans Glasfasernetz in der Innenstadt sowie in Teilen von Heven und Annen im Sommer 2013 offiziell an einer zusätzlichen Handbreit Schotter für den Frostschutz gescheitert – also an der Wiederherstellung der Bürgersteige. Inoffiziell könnte ein anderer „Schotter“ den Ausschlag gegeben haben: Der Anschluss war vielen zu teuer. Entsprechend beschränkt war das Interesse der Telekom, weiterzumachen, nachdem sie vorrangig ins Auge gefasste Großeinheiten an den Daten-Highway angeschlossen hatte.

Aktuell ziehen die Stadtwerke im Salinger Feld einen neuen Strang ein. Leerrohre lagen dort bereits im Boden. Ab Montag werden die Kabelbündel mit den Lichtwellenleitern hindurchgeschossen. Bis Ende März soll die neue, über 1,2 Kilometer lange Glasfaserstrecke schließlich erstellt sein. Dabei handelt es sich um die erste Ausbauphase dort.

Salinger Feld Baugrube
Eine von drei Baugruben: In der Straße Salinger Feld werden Glasfaserkabel eingezogen. Leerrohre sind in der Straße bereits vorhanden. (Foto: Nitsche/WAZ)

Auftraggeber ist die Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet (TMR), die die ersten Breitbandkunden dort schon gewonnen hat. Im Zuge der von der Wirtschaftsförderung Witten mit der TMR gestarteten „Glasfaseroffensive“ wird nur dort ausgebaut, wo verbrieftes Interesse von Unternehmen besteht. „Wichtige Entscheidungskriterien sind Ankerkunden, die hohe Bandbreite benötigen“, erläutert Wirtschaftförderer Klaus Völkel. Dabei komme es weniger auf die Zahl der Firmen an, sondern vielmehr auf den gesamten Bandbreitenbedarf im jeweiligen Gewerbegebiet. Nur so rechne sich der Ausbau und Betrieb am Ende für alle Beteiligten.

Das Interesse an einer zukunftssicheren Internetanbindung mit hohen – und dann auch garantierten – Bandbreiten sei bei den Gewerbetreibenden sehr hoch, bestätigt Ingo Totzauer, Leiter des Bereichs Übertragungsnetze bei der TMR. Das habe sich nun auch im Salinger Feld gezeigt. Die TMR hatte zuerst ihre Haupttrassen auf den technischen Aufwand überprüft. Dann wurden die Firmen im Salinger Feld befragt, später zu einer Info-Veranstaltung eingeladen. Dabei hätten einige Unternehmen auf Anhieb die ersten Aufträge erteilt.

Nach diesem Schema waren die städtische Wirtschaftsförderung und die TMR schon im Gewerbegebietes Westerweide (Herbede) vorgegangen. Dort wurde der Teilausbau 2014 abgeschlossen. Einige, aber nicht alle Firmen hatten dort Interesse gezeigt.

Und genauso soll es auch weitergehen. Das Wullener Feld könnte das nächste Projekt der „Glasfaseroffensive“ werden. Dort läuft die Befragung der Unternehmen. Die Nachfrage sei groß, heißt es bei der TMR. Noch befinde man sich aber in der „Überprüfung“.
Karten zeigen Ausbaustand und die Pläne

Die Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet hat ein Glasfasernetz und ein Kupferkabelnetz – je 600 km lang. TMR-Gesellschafter: Stadtwerke Bochum (40,7 %), Stw. Herne (17,5), Stw. Witten (14,9), Sparkasse Bochum (14,7), AVU (5,8), Spk. Herne (3,9), Stw. Hattingen (2,5).

Ausbaustand und die aktuellen Pläne zeigen sehr anschaulich Karten auf der Internetseite www.tmr.net (dann Schalter „TMR- Blog“). Das Salinger Feld wird vom Annener Industrie- und Gewerbepark aus angeschlossen, wo bereits acht Gewerbekunden angeschlossen sind. Auch Kunden an der Brauckstraße haben von der anderen Seite her schon einen Glasfaseranschluss. Eine andere Karte zeigt den Ausbaustand an der Westerweide in Herbede.