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TMR, Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet

WAZ Schwelm/Ennepe-Ruhr am 20.07.2016

Bandbreite ist für Mieter ein K.-o.-Kriterium

Die Entwicklung hat sämtliche Prognosen überholt und das spüren Vermieter – vor allem von Gewerbe- und Industrieimmobilien – mit unglaublicher Rasanz: „Breitband wird für Mieter zum K.O.-Kriterium“, sagt Ulrich Schilling, Breitbandkoordinator des Ennepe-Ruhr-Kreises, während Christian Bockholt zustimmend nickt. Der Teamleiter Immobilienmanagement und Vermietung der Vits Vermögensverwaltung freut sich daher um so mehr, dass es ihm gelungen ist, für das Ibach-Haus-Gelände einen riesigen Schritt in die digitale Zukunft zu tun. In etwa zwei Wochen wird es jedem Mieter möglich sein, bis zu einem 1 Gbit/s über Glasfaser abzurufen.

TMR Presse
Von links: Jörg Borowycz (Firma TMR), Christian Bockholt (Vits Vermögensverwaltung), Gunnar Zeisler (Anaxco und Login in Schwelm), Ulrich Schilling (Breitbandbeauftragter) und Markus Kosch (Leiter AVU-Netzservice). Foto: Stefan Scherer

Neben anderen infrastrukturellen Dingen gewinne die Internetgeschwindigkeit bei Verhandlungen mit potenziellen Mietern ein immer größeres Gewicht. Dies sind jedoch keineswegs nur Industriebetriebe. „Ingenieurbüros oder beispielsweise Arztpraxen, die ihre MRT-Bilder abrufen und versenden, sind auf große und vor allem stabile Bandbreiten angewiesen“, sagt AVU-Prokurist Markus Kosch. Das IbachHaus ist nun an das Glasfasernetz des Energieversorgers (wir berichteten) angeschlossen, was vor allem Gunnar Zeisler freut.

Firma überlegte wegzuziehen


Er ist Geschäftsführer der beiden IT- und Softwaredienstleister Login und Anaxco. „Wir stellen von Schwelm aus die Verfügbarkeit der IT-Systeme an mehr als 6000 Arbeitsplätzen in ganz Deutschland sicher“, sagt er und macht deutlich, dass eine schnelle und stabile Internetverbindung quasi der Rohstoff seiner Dienstleistung ist. Bislang kamen etwa 10 Mbit/s an, der Upload war deutlich niedriger. Das sei nicht mehr tragbar gewesen, das Unternehmen habe während der vergangenen Monate immer intensiver überlegt, den Standort in eine andere Stadt zu verlegen.

„Dieses Beispiel zeigt allerdings deutlich, dass wir im Ennepe-Ruhr-Kreis in der Lage sind, Lösungen zu finden“, sagt Ulrich Schilling. Dabei herrschten am Ibach-Haus ohnehin vergleichsweise optimale Bedingungen für den Neuanschluss an das LWL-Netz. Das Glasfaserkabel der AVU verlief so nah an dem Gebäudekomplex, dass nur ein Hausanschluss geschaffen werden musste. „Dadurch war das Vorhaben sehr schnell realisierbar“, sagt Markus Kosch.

Die AVU stellt dabei nur die Infrastruktur zu Verfügung und arbeitet mit diversen Netzanbietern zusammen; in diesem Fall mit der Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet (TMR). Deren Vertriebsleiter Jörg Borowycz verdeutlich, dass die 100 Mbit/s die nun in beide Richtungen anliegen, lange nicht das Ende sind. „Bei Bedarf können wir auch ganz kurzfristig auf 1 Gbit schalten.“ Bei 1008 Glasfasern pro Kabel von denen jede einzelne 1 Gbit/s schafft, setzt zum aktuellen Entwicklungszeitraum ohnehin die aktive Technik – sprich die Computer in den Firmen – die Grenze der Nutzbarkeit.

Privatbereich noch nicht im Fokus

Ein gutes Argument auch für Christian Bockholdt, der aktuell Gespräche mit den Bestandsmietern führt, um zu erfragen, wer neben Login/Anaxco sonst noch auf die höhere Bandbreite zugreifen möchte. Er geht davon aus, dass mindestens fünf Mieter zusagen werden. Das Interesse, ebenfalls an den Lichtwellenleiter der AVU angeschlossen zu werden, wächst bei den Unternehmen im Kreis fast täglich, wie Ulrich Schilling, Jörg Borowycz und Markus Kosch übereinstimmend berichten. Ein Interesse, das auch im privaten Bereich rasant steigt. Nachdem die AVU das Potenzial ihres Glasfasernetzes zunächst nicht realisiert hatte, will sie diesmal stets auf der Höhe der Zeit sein. „Bereits jetzt betreiben wir eine strukturierte Leerrohrverkabelung. Wenn niemand anderes in diesen Markt hineingeht, ist das für uns mit Sicherheit eine Überlegung wert“, sagt Markus Kosch.

Zunächst werden aber alle Beteiligten den Ausbau für Industrie und Gewerbe forcieren.

Stefan Scherer
Quelle
: http://www.derwesten.de/staedte/schwelm/bandbreite-ist-fuer-mieter-ein-k-o-kriterium-id12022558.html#plx1495416334