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TMR, Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet

Information

Was Barrierefreiheit heißt

Barrierefreiheit? Geht es da nicht darum, Menschen mit Behinderungen uneingeschränkten Zugang zum Internet zu gewähren? Das stimmt – und ist auch nur die halbe Wahrheit.

Barrierefreiheit ist mehr. Die Wikipedia-Definition greift weiter:
„Internet-Angebote, die von allen unabhängig von ihren körperlichen und/oder technischen Möglichkeiten uneingeschränkt genutzt werden können“.

Anders gesagt: Ein Benutzer braucht ein Eingabegerät – aber nicht unbedingt eine Maus (z. B. Mobiltelefon). Und ein Benutzer braucht ein Ausgabegerät – aber nicht unbedingt einen Bildschirm (z. B. Vorlesesystem).

Eigenschaften wie Übersichtlichkeit oder Verständlichkeit, die auch zur Barrierefreiheit gehören, kommen jedem Internetnutzer zugute – und erleichtern auch Suchmaschinen das Erfassen der Seiten.

Wie die TMR Barrierefreiheit umsetzt

Es gibt nicht einen einzelnen Schalter, den man nur umlegen muss, um eine möglichst barrierefreie Website zu erhalten – auf die Summe vieler kleiner Details kommt es an.


  • Skalierbare Schrift/Ansicht: Je nach Browser lässt sich die Schriftgröße oder auch die gesamte Seitenansicht vergrößern. Unter dem Menüpunkt Ansicht > Schriftgrad bzw. Textgröße können Sie die Einstellung wählen, bei der Ihnen das Lesen am einfachsten fällt. Tipp: nutzen Sie die Tastenkombination [Strg] + [+] zum Vergrößern, [Strg] + [-] zum verkleinern und [Strg] + [0] zum zurücksetzen der Darstellungsgröße.
  • Alternativen für visuelle Inhalte: Jedes Foto und jede Grafik hat eine Umschreibung. Wer nicht sehen kann, bekommt eine Ahnung, was dort zu sehen ist, und kann den Seitenaufbau „verstehen“.
  • Bildschirmauflösung: tmr.net ist für eine Auflösung von 1024x768 Pixel optimiert – für die überwiegende Mehrheit der Internetnutzer genau richtig. Aber auch wer sich keinen neuen Monitor gekauft hat und noch bei einer kleineren Bildschirmbreite von nur 800 Pixeln surft, kann die linke und mittlere Spalte, die die wesentlichen Inhalte tragen, ohne horizontales Scrollen lesen.
  • Tastatur statt Maus: Wer etwa bewegungseingeschränkt ist und keine Maus führen kann, hat auch die Möglichkeit, mithilfe der Tabulator-Taste auf der Tastatur durchs Portal zu navigieren. Das ist zwar auf den ersten Blick etwas langwierig, aber es geht. Auch beim Ausfüllen von Formularen kann man nun von einem Feld zum nächsten per Tabulator springen – eine praktische Erleichterung, die übrigens allen zugutekommt.
  • Stylesheets: Jetzt wird’s ein bisschen technisch! Früher waren Websites vor allem mithilfe eines für den Nutzer nicht sichtbaren Tabellenrasters aufgebaut. Dieses erlaubt es, die einzelnen Elemente der Seite zu positionieren. Ein Nachteil: Blinde, die sich die Seite vom Computer vorlesen lassen, finden sich in den verschachtelten Tabellen schwer zurecht. Inzwischen gibt es eine barrierefreie Alternative, die Formatierung mit sogenannten Stylesheets, die auch tmr.net nutzt.
  • Seiten „ohne Stil“: Probieren Sie mal in Firefox den Menüpunkt Ansicht > Webseiten-Stil > Kein Stil. Sie werden feststellen, dass tmr.net selbst ohne das Design nutzbar ist. Ein Vorteil für alle, die aus technischen oder körperlichen Gründen auf die Gestaltung verzichten.
  • Sicherheitsabfrage: Beim Ausfüllen von Formularen ist eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen von einer Grafik abzulesen. Dies dient übrigens dazu, dass keine Automaten solche Formulare ausfüllen, sondern nur, wer wirklich teilnehmen will. Damit diese Abfrage keine Barriere darstellt, kann als Alternative zur optischen Darstellung der Buchstaben und Zahlen auch eine Audiodatei abgespielt werden.


Wieso Barrierefreiheit für Menschen mit Beeinträchtigungen so wichtig ist

Wer mit einer Einschränkung seiner körperlichen Fähigkeiten leben muss, ist oft stärker als andere auf die eigenen vier Wände fixiert. Dass das Internet für sie ein Zugang zur Welt ist, liegt auf der Hand.


Nach einer Umfrage des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie nutzen 80 Prozent der behinderten Menschen das Internet. Das gilt besonders für die 30- bis 49-Jährigen (86 Prozent) und die 50- bis 69-Jährigen (89 Prozent).
Quelle: einfach-fuer-alle.de

Überdurchschnittlich viele Blinde nutzen das Web. Sie lassen sich Texte vom Computer vorlesen oder in Brailleschrift ausgeben. Aber es geht auch um Menschen, die schlecht sehen können: Etwa 30 Prozent der Bevölkerung besitzen ein nicht ausreichendes oder nicht ausreichend korrigiertes Sehvermögen. Im Alter von 40 bis 50 Jahren sehen sogar 52 Prozent der Nicht-Brillenträger sowie 69 Prozent der Brillenträger im Nahbereich nicht optimal.
Quelle: Thomas Krieger (woche des sehens): Pressemitteilung vom 15. Oktober 2005

Durch Schwierigkeiten bzw. Unfähigkeit bei der Unterscheidung bestimmter Farben äußert sich eine Farbfehlsichtigkeit. In Deutschland sind etwa zehn Prozent der männlichen Bevölkerung von Farbsehstörungen betroffen. Diese Personen können bestimmte Farbkontraste und durch Farbe vermittelte Informationen nicht wahrnehmen.
Quelle: Brigitte Luckardt (WEB for ALL): Barrierefreies E-Government