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TMR, Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet

Wirtschaft im Revier 01/2019

„Speerspitze der Digitalisierung“

TMR Geschäftsführer Patrick Helmes
Chef zweier Rechenzentren in Bochum und Herne: TMR-Chef Patrick Helmes

Wären wir Fußballfans und in Köln, dann würden wir über seinen Namen reden – aber Bochum ist nicht Köln. Häkchen dran. Der Mann ist 50, heißt Patrick Helmes und ist seit dem 1. Februar 2018 Chef der TMR, der Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet GmbH. Der was ..? Und genau an dieser Stelle hat der „neue“ Chef schon bei seinem Einstieg eine „Baustelle“ ausgemacht: „Menschen, die professionell mit IT zu tun haben, kennen uns natürlich“, umschreibt er das mit feinem Gespür für Sprache. Aber: eben auch nur die ...

„Mittleres Ruhrgebiet“: Dieser Teil des Namens ist räumlich auf jeden Fall Programm. Die TMR wurde in den 1990er Jahren von den Stadtwerken der Städte Bochum, Herne, Witten und Hattingen gegründet. Auch die Sparkassen in Bochum und Herne standen Pate. Die AVU aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis ist ebenfalls Gesellschafter. Aus diesem Schulterschluss leitet sich die Stärke der TMR wie auch ihre Aufgabe ab: In letzter Konsequenz „besitzen“ die Städte des mittleren Ruhrgebietes in der TMR einen Dienstleister, der nicht nur eigene Glasfasernetze verlegt, sondern (bislang) in Bochum und Herne auch zwei Rechenzentren betreibt, in denen Unternehmen ihre Server sicher parken und dank hochmoderner Glasfaseranbindungen über schnellste Internetverbindungen verfügen können. Wenn Helmes die TMR skizzieren will, fallen ihm dazu zwei sehr plakative Sätze ein. Erstens: „Wir verkaufen Datensicherheit.“ Zweitens: „Die TMR ist eine Perle“ – wenn das auch noch nicht für jeden sichtbar ist. Siehe oben.

Die Stunde der TMR schlägt (bislang) insbesondere dann, wenn die Städte im mittleren Ruhrgebiet ihre Gewerbegebiete mit modernster Telekommunikations-Infrastruktur ausstatten wollen. Das größte Projekt dieser Art hat die in Bochum sitzende TMR vor der Haustür: der Infrastruktur-Ausbau von Mark 51°7. „Auch wenn die DHL in ihrem Verteilzentrum sicherlich mit der Telekom zusammenarbeitet. Aber ansonsten ...“ Der Anspruch ist unüberhörbar. Wie auch die klare Einschätzung, dass „wir vor einer neuen digitalen Revolution stehen“, wie es Helmes nennt. „Das Ziel muss sein, dass jeder überall über mindestens ein Gigabit Datenvolumen verfügen kann.“ Damit ist auch ein Leistungsanspruch an die TMR definiert.

Diesen Anspruch sieht Helmes auch mit dem Blick in den Spiegel – für das Unternehmen. Das Stichwort lautet schon lange für Unternehmen „Employer Branding“. Wie kann man so attraktiv sein, dass Fachkräfte und potenzielle Auszubildende einen wahrnehmen? Die TMR möchte nämlich wachsen – auch personell. Aber: „Als wir vor zwei Jahren Azubis suchten, bekamen wir 40 Bewerbungen. Heute sind es nur noch fünf.“ Das hat etwas mit dem veränderten Angebot auf dem Ausbildungsmarkt zu tun. Helmes weiß, dass die Arbeitnehmer der Zukunft bei ihrer Entscheidung nicht in erster Linie oder nur aufs Geld gucken – sondern sich für flexible Arbeitszeiten interessieren. Und sich teilweise gar nicht vorstellen können, nur an einem Schreibtisch zu sitzen. „Work-Life-Balance“ besitzt heute eine hohe Priorität. Um gute Mitarbeiter/Auszubildende zu bekommen, muss man auf diesem Sektor etwas bieten. Will die TMR auch etwas bieten. Denn, so Helmes, „der Arbeitnehmer darf nicht auf der Strecke bleiben“ – bei all der Digitalisierung.

Mit Blick auf die Zukunft des Unternehmens darf man sicherlich auch (realistisch) träumen. Ein herausragendes Pfund in den Augen Helmes‘ ist die Tatsache, dass man perfekten Service bieten könne – „unsere Techniker sitzen hier“. Also für Kunden TMR-Mitarbeiter zum Anfassen. Der Erfolg der beiden Rechenzentren stärkt natürlich auch das unternehmerische Selbstbewusstsein, größer werden zu wollen – ein drittes Rechenzentrum soll „im mittleren Ruhrgebiet“ errichtet werden. Und nicht zuletzt stellt sich doch für einen Strategen auch die Frage, ob die kommunalen Kompetenzen in Sachen IT und Leitungsverlegung und Netzbetreiben nicht noch enger verknüpft werden könnten. Für das gesamte mittlere Ruhrgebiet. „Ich sehe uns dabei schon als Speerspitze der Digitalisierung.“ Fragen? Keine.